Das lohnt sich: Per P+R in die Dortmunder Innenstadt pendeln

Warum (nur) das Auto nicht immer die beste Wahl ist

Mit der Kombination aus Auto, Park-and-Ride und Bahn kommt man oft schnell, entspannt sowie klimafreundlich ans Ziel – und kann dabei noch sparen.

Stau in Deutschland und dem Ruhrgebiet

Die Staubilanz 2019 des ADAC und der TomTom Traffic Index zeigen: In Deutschland stauen sich täglich tausende Autos auf den Straßen. NRW ist ganz vorne mit dabei – das Ruhrgebiet tummelt sich unter den 25 staureichsten Städten und Regionen Deutschlands. Bis zu vier Tage und sieben Stunden stehen Autofahrer*innen jährlich im Stau. Natürlich können viele nicht immer auf das Kfz verzichten – doch manchmal bieten sich Gelegenheiten zur Abwechslung.

Den Stau gekonnt umfahren

Wie lässt es sich beispielsweise am besten von Hagen-Hohenlimburg in die Dortmunder Innenstadt pendeln? Da viele nicht ganz aufs Auto verzichten möchten (vor allem nicht an regnerischen Tagen, wenn die Kinder nach der Arbeit abgeholt oder andere Dinge erledigt werden müssen oder wenn es nach der Arbeit mal spät wird), gibt es für Pendler*innen zwei Auto-Optionen:

Die erste Möglichkeit: Alleinkämpfer Auto

Ich steige ins Auto, fahre damit wie gewohnt von Hagen-Hohenlimburg über die B54 bis in die Innenstadt und benötige zur Rushhour bestimmt 45 Minuten – zumal auf der Ruhrallee nördlich der B1 nur noch Tempo 30 erlaubt ist, damit die Grenzwerte der Feinstaubbelastung eingehalten werden. Wer in der City keine dauerhafte Parkmöglichkeit hat, sucht nach einem geeigneten Parkplatz und parkt beispielsweise in einer Tiefgarage in der Nähe des Westenhellwegs. Der Stau auf der B54 hat schon Zeit und Nerven gekostet, und für das Parkhaus müssen die Kleingeld-Vorräte geplündert werden – gut 12 Euro kostet das Parken für den ganzen Tag – zuzüglich zu den Spritkosten. Immerhin bin ich dafür direkt in der City.

Das Experiment: Powerkombi Auto, P+R und Bahn

Alternativ probiere ich die Powerkombi Auto, P+R und Bahn: Ich steige ins Auto und biege nach 25 Minuten Fahrzeit von der B54 auf die Park-and-Ride-Anlage am Remydamm. Bei etwa 700 Stellplätzen finde ich dort entspannt und kostenfrei einen Platz für mein Auto. Dort springe ich in die U45, die über Westfalenhallen ohne Umsteigen weiter als U46 fährt und erreiche die Innenstadt mit der Haltestelle Reinoldikirche in nur sechs Minuten – insgesamt dauert meine kleine Reise so nur knapp 35 Minuten. Bei der Fahrt genieße ich es, dass ich mich nicht über andere Autofahrer*innen aufregen muss. Vor Ort steige ich aus der Bahn – und bin sofort im Herzen der City. Für die beiden Tickets Preisstufe A3 für 2,90 Euro pro Stück, die ich mir gezogen habe, musste ich zwar auch mein Kleingeldfach leeren, doch mit dem Zehner-Ticket per Handy kostet es beim nächsten Mal schon nur noch 2,29 Euro und langfristig lohnt sich vielleicht sogar ein Monatsticket.

Das Fazit: Besser nicht immer mit dem Auto bis vor die Tür fahren

Manchmal sollte man neue Dinge probieren – und manchmal bieten diese echten Mehrwert. Dass der Weg per P+R eine entspannte Alternative zur reinen Autofahrt sein kann und man mit der Stadtbahn vom P+R-Parkplatz in wenigen Minuten die City erreicht, ist vielen Pendler*innen gar nicht bewusst. Park-and-Ride-Parkplätze kennen viele von Flughäfen, Messebesuchen oder anderen hochfrequentierten Orten – die P+R-Möglichkeiten im näheren Umfeld nutzen viele daher selten.

Beim Blick auf die Kosten schneidet Park-and-Ride gut ab. Die städtischen P+R-Anlagen sind, im Gegenteil zu Parkhäusern in der City, kostenlos. Die 5,80 Euro für das ÖPNV-Ticket (2,90 Euro für ein EinzelTicket Preisstufe A3) sind günstiger als die Parkgebühren in der City. Und mit einem digitalen 10er- oder Monatsticket wird es sogar noch günstiger. Zusätzlich bedankt sich das Stadtklima, ohne dass ich komplett auf das Auto verzichten muss. Ganz bequem also.

P+R in Dortmund

Entspannt unterwegs

  • Park-and-ride-Parkplätze

    Eine Übersicht über alle P+R- sowie Bike-and-ride-Plätze findest du in unserer interaktiven Überischtskarte.

  • Mehr zum Thema

    Wer mehr über das Park-and-ride-System lesen will, kann sich in unserem kleinen Einmaleins informieren.