• Icon der Kategorie Fahrrad: Ein stilisierter Fahrradfahrer auf einem petrolfarbenen Pfeil.
  • Icon der Kategorie Fußwege: Zwei stilisierte Fußgänger*innen auf einem grünen Pfeil.
  • Icon der Kategorie Bus und Bahn: Stilisierter Bus und stilisierte Bahn auf einem orangenen Pfeil.
  • Icon der Kategorie E-Mobilität: Ein stilisierter Stecker in einer Steckdose auf einem violetten Pfeil.
  • Icon der Kategorie Lieferverkehr: Ein stilisierter Paketbote auf einem roten Pfeil.
  • Icon der Kategorie Parkraum: Stilisiertes Rad und stilisiertes Auto unter einem P auf einem blauen Pfeil.

Mobilität flexibel nutzen wie Christine

Mit den passenden Verkehrsmitteln wird Pendeln zur Entspannung

„Pendeln ist verschwendete Zeit“ – so denken wahrscheinlich viele Arbeitnehmer*innen, die täglich in den Staus auf NRWs Autobahnen stecken. Christine denkt da anders: die 53-jährige Dortmunderin lebt in Mengede, arbeitet jedoch im weit entfernten Lengerich bei Osnabrück. Das sind gut 100 km – pro Strecke. Doch die Klimaschutzmanagerin sieht das als klaren Vorteil. Denn der tägliche Arbeitsweg im schienengebundenen Nah- und Fernverkehr bedeutet für sie Entspannung pur. Auch im privaten Alltag setzt sie voll auf nachhaltige Mobilität: Ihre Familie besitzt nur ein Auto – ein vollelektrisches.

Für Christine heißt es dreimal die Woche: im Vorort mit dem Rad zur S-Bahn, von da weiter nach Wanne-Eickel. Dort steigt sie in einen RE in Richtung Osnabrück bis nach Lengerich. Für Viele mag dies nach dem absoluten Pendleralbtraum klingen – doch nicht für Christine. Für sie bedeutet diese Form der Mobilität Flexibilität und Spontaneität – beides Grundprinzipien ihrer Lebensart. Die studierte Raumplanerin genießt die 100 Kilometer lange Strecke: „So bin ich frei, kann täglich über mein eigenes Tempo entscheiden. Das ist total entschleunigend.“ Denn im Auto fühlt die Dortmunderin sich häufig in eine von anderen Verkehrsteilnehmer*innen vorgegebene Geschwindigkeit gedrängt. „Trotz Tempolimits haben es Autofahrer gerne eiliger. Oder man steht im Stau und kann nichts dagegen tun“, sagt sie. Wenn die Mengederin mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs ist, fühlt sich das anders an – freier, flexibler, spontaner. Dabei kann sie ihr eigenes Tempo finden, mal einen Zwischenstopp einlegen und flexibel über ihren Weg entscheiden.

E-Mobilität und Nachbarschafts-Carsharing

Während Christine mit Bahn und Zug zur Arbeit fährt, ist ihr Mann für seinen Arbeitsweg auf das Auto angewiesen. Doch auch er ist grün unterwegs und nutzt für seine täglichen Wege das einzige Auto der Familie, einen elektrisch betriebenen Kompaktwagen. Auch wenn es abends zum Sport geht, die Verbindung mit den Öffis mal nicht so gut ist oder ein gemeinsamer Ausflug geplant, ist das moderne Elektroauto der zuverlässige Partner der Familie. Auch die Nachbar*innen in Mengede dürfen gern auf das Kfz zurückgreifen, erläutert Christine das nachbarschaftliche Sharing-Modell: „Wir teilen hier alles. Lieber nutzen wir unter den Nachbarn gemeinsam unsere Autos, als dass sie die meiste Zeit geparkt auf ihren Einsatz warten.“

UmsteiGERN-Botschafterin Christine ist in Dortmund mit ihrem E-Auto unterwegs
Christine, 53
Mengede
„Das E-Auto ist in der Gesellschaft angekommen. Viele unserer Nachbarn denken auch darüber nach, umzusteigen.“

Aus dem Experiment wurde Überzeugung

Bereits vor gut fünf Jahren hat sich Christine mit ihrer Familie dazu entschieden, vom Verbrenner auf Akku umzusteigen und es seitdem keinen Tag bereut. Zuhause können sie das Fahrzeug an einer gewöhnlichen Steckdose laden, dort braucht es etwa eine Nacht, um wieder 100 Prozent Akkuleistungen zu erreichen. Eine sogenannte „Wallbox“ zum schnelleren Laden ist nun in Planung. Mit der braucht das Fahrzeug dann nur noch gut drei Stunden für eine „Volltankung“. Auch wenn sie mit dem Auto unterwegs sind, sei Laden kein Problem, da die Dortmunder Innenstadt und viele Autobahntankstellen mittlerweile voll auf Elektro ausgerichtet seien, sagt Christine.

Dass die E-Parkplätze der Stadt Dortmund manchmal von normalen Kfz zugeparkt werden, ist zwar ärgerlich, stört die Klimaschutzmanagerin jedoch nicht sonderlich. Da sie sieht, dass die Stadt Dortmund allmählich dagegen vorgeht, ist sie guter Dinge. Daher wünscht sie sich, dass mehr Leute auf E-Mobilität umsteigen: „Das Fahren in einem E-Auto ist wirklich viel angenehmer! Total ruhig und entspannt. Eine Freundin von mir sagt immer ‘Wie ein UFO!‘.“

Miteinander für ein grünes Dortmund

Eine Sache stört die 53-Jährige dann doch: Sie hat das Gefühl, dass besonders im Bereich der Mobilität die verschiedenen Interessensgruppen eher gegeneinander arbeiten. Ihr Appell an die Dortmunder*innen: „Wir sollten zusammenarbeiten statt gegeneinander. Fahrradfahren macht Spaß, zu Fuß gehen ist toll, mäßiges Autofahren kann auch super sein, und Bahnfahren ist total sicher! Die Straßen sind für alle da – das sollten wir auch so leben!“